Biancograt, August 26

Biancograt-Besteigung: Traumtour auf den Piz Bernina (4.049 m)

Die klassische Bergtour über den Biancograt beginnt im beschaulichen Pontresina im Oberengadin. Am Bahnhof starten wir unseren Hüttenzustieg zur Tschiervahütte (2.583 m), unserem Stützpunkt für dieses alpine Abenteuer. Der Weg in das wunderschöne Rosegtal zieht sich zu Beginn lang und flach dahin. Wir entscheiden uns für diesen Abschnitt ganz entspannt für die Pferdekutsche – schließlich steht uns am nächsten Tag noch genug harte Arbeit bevor.
Wir erreichen die Hütte kurz vor 18 Uhr. Nach dem Abendessen legen wir uns direkt ins Bett, um für den anstrengenden Gipfeltag noch ausreichend Schlaf zu finden.
Nächtlicher Aufbruch zur Fuorcla Prievlusa
Tags darauf ist bereits um 3:00 Uhr Tagwache. Pünktlich um 3:30 Uhr verlassen mein Gast und ich die Hütte. Es ist ungewöhnlich warm: Nur mit einem T-Shirt bekleidet, erreichen wir noch im Schutz der Dunkelheit den Gletscher unterhalb der Fuorcla Prievlusa. Als wir oben in der Scharte ankommen, bricht endgültig der Tag an. Wir überklettern die letzten Felsaufschwünge, meistern die markante „Haifischfinne“ und stehen schließlich am Beginn des eigentlichen Biancograts.
Anspruchsvolle Verhältnisse am Schneegrat
Aufgrund des schneearmen Winters und des heißen Sommers ist der berühmte Grat bereits zum Großteil nicht mehr firnbedeckt. Trotzdem lässt es sich auf dem harten, aber griffigen Eis gut klettern. Einen steilen Aufschwung bewältigen wir zügig am laufenden Seil, wobei ich uns mit einer Rücklaufsperre absichere.
Der obere Felsteil des Grates präsentiert sich komplett trocken – ein absoluter Klettergenuss! Zügig erreichen wir den Gipfel des Piz Bernina auf 4.049 Metern und gratulieren uns per Handschlag zu diesem großartigen Erfolg.
Der lange Abstieg über Spallagrat und Fortezzagrat
Doch mit dem Gipfelsieg ist die Tour noch nicht vorbei: Mindestens fünf Stunden Rückweg zum Berghaus Diavolezza stehen uns noch bevor. Der Abstieg vom Piz Bernina über den Spallagrat, den Normalweg, fällt uns leicht und wir kommen schnell voran. An der Marco e Rosa Hütte (3.609 m) kommen wir allerdings nicht vorbei, ohne für eine eisgekühlte Cola und ein Panino mit Käse und Bresaola einzukehren – eine wahre Wohltat und die perfekte kurze Pause!
Frisch gestärkt geht es weiter. Über den spaltenreichen, oberen Morteratschgletscher erreichen wir bei sulzigem Schnee, aber glücklicherweise in einer guten Spur, die Bellavista-Terrasse. Bald darauf stehen wir an den Felsen des Fortezzagrats, überklettern auch diesen und überqueren wenig später seilfrei den vollkommen aperen Persgletscher. An dessen rechtem Ufer trennen uns nur noch gut 200 Höhenmeter vom Berghaus Diavolezza.

15 Stunden auf Tour: Erfolgreicher Abschluss auf der Diavolezza
Kurz vor 18 Uhr haben wir unser Ziel erreicht. Nach 15 intensiven Stunden auf Tour stoßen wir auf der Terrasse der Diavolezza mit einem wohlverdienten Bier an.

Eine unvergessliche Bergtour! Herzliche Gratulation an meinen starken Gast Michael!

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Piz Bernina und Piz Palü

Region: Berninagruppe

Preis: 2 Personen Euro 1348.-, 1 Person Euro 2295.-