Biancograt und Palü-Überschreitung, Juli 25

Es ist Anfang Juli und es ist heiss, schwül und gewitterträchtig. Dennoch, der Wetterbericht für unseren Gipfeltag -Piz Bernina über den Biancograt- ist gut. Kein Niederschlag wird gemeldet. Wir gehen um ca. halb 4 Uhr morgens los. Kurz davor checke ich nochmal den Wetterbericht: keine Änderung, alles wie gehabt. Also steigen wir hochmotiviert zur Fuorcla Prievlusa hinauf, überklettern den ersten, felsigen Gratabschnitt und erreichen bald den Biancograt. Dann schaue ich Richtung Westen: eine dunkelgraue Wolkenmasse schiebt sich heran und etwa eine halbe Stunde später hüllt sich der Grat in Nebel und es fängt zu schneien und zu wehen an. Ich ärgere mich zunächst, weil der Wetterbericht morgens noch gut war, schaue nochmal auf die Prognose im Handy: am späten Vormittag soll es aufhören zu schneien, hoffentlich stimmt das! Am Piz Bianco -mein Gast und ich sind vom feuchten Schnee schon ziemlich durchnässt- ziehen wir uns Jacke und Überhose an und steigen in den Felsgrat (den Übergang vom Piz Bianco zum Piz Bernina) ein. Die Felsen sind verschneit und rutschig, also lassen wir zur Sicherheit die Steigeisen an. Wind bläst stark von Westen über den Grat – zum Glück klettern wir hier hauptsächlich an der Ostseite. Wir kommen nur langsam voran, die Bedingungen erfordern ein permanentes Sichern. Als wir an der ersten Abseilstelle ankommen, lassen Schneefall und Wind merklich nach – Gott sei Dank! Dennoch sind wir achtsam, ich sichere meinen Gast auf jeden Meter, wir kommen jedoch schon zügiger voran und stehen am späten Vormittag am Piz Bernina, 4049 m.

Der Tag darauf beginnt mit einem strahlendem Morgen. Die Überschreitung der 3 Palü-Gipfel steht am Programm. Doch die dunklen Wolken aber, die vom Tessin heranziehen, verheißen nichts Gutes. Die Tour ist insgesamt schön, entwickelt sich jedoch zunehmend zu einem Wettlauf mit dem Gewitter. Am Palü-Ostgipfel stehen mir buchstäblich die Haare zu Berg, noch nie habe ich eine solche Spannung gespürt. Hunderttausende Volt liegen in der Luft und wir rennen über den Gletscher hinunter und erreichen -Gott sei Dank- ohne Blitzschlag und sogar trocken die Diavolezza – eine abenteuerliche Tour!


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